Am Männertag 2010 bewiesen die Rettungsschwimmer der Wasserwacht Dresden-Land ihre Leistungsfähigkeit mal in einer anderen Disziplin. Nein, es ging nicht ums Kampftrinken, sondern ums Radfahren. Vorbildlich organisiert von Sportkamerad Marco Haney, begaben sich sieben Pedalritter auf eine Tour ins Triebischtal. Das vertraute Nass – die Schwimmhalle hatte wegen des Feiertags ohnehin geschlossen – blieb ihnen an jenem Donnerstag nicht zuletzt dank der löblichen Intervention des Wettergotts fern.



Um 10 Uhr trafen sich Jörg, Wolfgang, Marco und Stefan an der Brücke in Niederwartha. Mit Hannelore, der leider leicht kränkelnden Kathleen und ihrer Mutti waren auch drei Damen der Einladung gefolgt. Da niemand aus der altersmäßig bunt gemischten Truppe sein Fahrrad vergessen hatte, startete unmittelbar nach der Verköstigung einer ersten kleinen Spirituose die Tour – oder besser Tortur. Am Beginn der Fahrt stand nämlich gleich eine schwierige Bergwertung auf dem Plan. Durch den Tännichtgrund ging es hinauf in Richtung Weistropp. Schwer beladen mit Alkoholika, kamen selbst die muskulösesten unter uns Rettungsschwimmern nicht daran vorbei, den Drahtesel abschnittsweise zu schieben. Nachdem die Überwindung von knapp 150 Höhenmetern erfolgreich absolviert worden war und das Himmelfahrtskommando somit dem Himmel beträchtlich näher gekommen war, gönnte man sich ein erstes kleines Päuschen inmitten strahlend gelber Rapsfelder und war froh, das Schlimmste gleich am Anfang überstanden zu haben. Wolfgang zauberte bei dieser Gelegenheit erstmals seine „Schwarze Johanna“ hervor, die mit einigen Umdrehungen ausgestattet war. Diese ließen sich jedoch glücklicherweise hervorragend in Pedalumdrehungen ummünzen.

So ging es weiter auf den Ebenen des Meißner Hochlands nach Kleinschönberg und anschließend hinab ins Saubachtal zur Neudeckmühle. Offenbar inspiriert vom Namen des benachbarten Flüsschens, stürzte sich so Mancher wie eine wilde Sau auf den Getränkestand. Wider Erwarten waren uns sogar Sitzplätze vergönnt, von denen aus wir einen guten Blick auf die vorbeiziehenden jungen Herren in ihren Schottenröcken hatten. Zum Glück waren sie nicht ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs. Ein oder zwei Radler – im Sinne von Alsterwasser – später schwang man sich erneut aufs Rad. In Klipphausen bestaunten wir die riesige Baustelle der Erdgas-Pipeline sowie die Relikte der abgebauten Schmalspur-Bahnstrecke. Verursacht durch waghalsige Bremsmanöver eines jungen Fotografen, kam es anschließend in Sora zu einem schweren Unfall. Die Involvierten setzten ihre Fahrt jedoch weitgehend ohne Blessuren fort – und das, obwohl bis auf Kathleen und Jörg leichtsinnigerweise niemand mit Helm fuhr.




In Lampersdorf erreichten wir das Tal der Kleinen Triebisch, wo wir erneut eine Rast einlegten. Dass die Alterspräsidentin dort in erster Linie durch Vandalismus an Weidezäunen auffiel, soll hier nicht verschwiegen werden. Auch die „Schwarze Johanna“ kam wieder aus der Versenkung hervor. Schon bald jedoch ging es weiter flussabwärts nach Taubenheim, wo wir das idyllische Tal wieder verlassen mussten, da uns Marco unbedingt über eine asphaltierte Radfahrstraße schicken wollte. Kurz nach deren Ende wartete unterhalb des Örtchens Polenz schon der nächste geplante Zwischenstopp auf uns: die Einkehr in die Helmmühle. Das Steak dort war zwar eher „bloody“ als „medium“, doch dieses Problem war durch erneutes Auflegen auf den Grill schnell behoben. Einige ließen sich auch eine Bratwurst schmecken, während Stefan zu allem Unglück unvorhergesehenermaßen ausgerechnet auf seine Schwiegermutter traf. Die Welt ist ein Dorf, weiß das Phrasenschwein.


Über Semmelsberg, Garsebach und Buschbad gelangten die radfahrenden Wasserwächter schließlich nach Meißen-Triebischtal, wo sie in voller Fahrt aus einer wilden Horde heraus mit einem Plüschschaf beschossen wurden. Auch diesen ernsten Zwischenfall überstand man unbeschadet und kam in der schönen Altstadt von Meißen an, wo man gefahrlos auf einer Brücke die Elbe überquerte. Entlang des Elbradwegs ging es dann auf der letzten Etappe an Bosel, Gauernitzer Insel und etlichen Gestörten vorbei wieder an den Ausgangsort der Tour, die Niederwarthaer Brücke, die wir nach knapp sechs Stunden bzw. 38 absolvierten Kilometern erreicht hatten und damit in feierlicher Andacht an Adolf Hennecke und Frida Hockauf unseren Plan deutlich übererfüllten.
Am Ende der lustigen Radpartie verabschiedeten wir uns von Kathleens Mutti und von Jörg, die den Fehler machten, nicht mit in den Garten von Andreas zu kommen, der zum gemütlichen Ausklang des Abends geladen hatte. Sportkamerad Richter, seines Zeichens Schatzmeister der Wasserwacht Dresden-Land, scheute keine Kosten (und Mühen) und tischte den verbliebenen fünf Mohikanern Hannelore, Kathleen, Wolfgang, Marco und Stefan allerlei Speis und Trank auf. Zu späterer Stunde gesellten sich neben Laura-Marie auch Mario nebst Gattin zu der illustren Runde. Der Feuerkorb wurde ausreichend mit Brennholz gefüttert und sorgte in den kühlen Abendstunden für heiße Körper. Diverse Gläschen später – Schierker Feuerstein und Zwetschgenschnaps hatten ihre Wirkung nicht verfehlt – löste sich die Veranstaltung dann auf und alle Beteiligten rollten oder torkelten in der Dunkelheit fernab jeglicher Polizeikontrollen ihrer Heimat entgegen.

Unser abschließender Dank gilt einerseits Marco für die hervorragende Organisation und andererseits Andreas für die leckere Verköstigung. Voller Vorfreude blicken wir auf das Himmelfahrtskommando im nächsten Jahr...
(Stefan Schramm)

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